Forst, Pflanzen und Waldschutz

Anoplophora Spürhunde Team
www.anoplophora-spürhunde.de     

zertifiziert durch das Institut für Waldschutz, Bundesforschung & Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren & Landschaft Wien

 

Um was geht es?

Asiatischer Laubholzbockkäfer & Citrusbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) (Anoplophora glabripennis) und der Citrusbockkäfer (CLB) (Anoplophora chinensis) gelten in der EU als gefürchtete Quarantäneschädlinge
Beide Arten wurden inzwischen im Zuge des globalen Warenhandels nach Europa eingeschleppt. 
Die Einschleppungen von ALB erfolgten über Verpackungsholz,von CLB über PflanzenwareDie Gefahr, die von den Käfern ausgeht, ist so groß, dass beide
in der Europäischen Union als Quarantäneschädlinge eingestuft sind! Ein Befall oder der Verdacht ist immer den zuständigen Behörden zu melden. Um heimische Bäume vor diesen Schädlingen zu schützen, muss alles getan werden, um die Käfer an jedem bekannt werdenden Befallsherd auszurotten. Wesentlich ist dabei, dass der Befall frühzeitig erkannt wird und eine Verwechslung mit ähnlich aussehenden Schäden, die durch heimische Insekten hervorgerufen werden, ausgeschlossen ist.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein unangenehmer Zeitgenosse. Der aus Asien importierte Forstschädling befällt gesunde Bäume und kann diese innerhalb kurzer Zeit zum Absterben bringen. Die Konsequenz: Die betroffenen Bäume müssen gerodet werden. "In unseren Breiten zählt der Asiatische Laubholzbockkäfer zu den hundert gefährlichsten Neueinwanderern. Trotz regelmäßiger Importkontrollen wird er immer wieder auch in Europa mit unzureichend behandeltem Verpackungsmaterial, insbesondere mit Steinlieferungen aus dem südostasiatischen Raum, eingeschleppt", erklärt der Leiter des Instituts für Waldschutz des Bundesforschungszentrums für Wald, DI Dr. Christian Tomiczek.

Anfang August 2001 wurden in Braunau (Österreich ) mehrere unbekannte Bockkäfer entdeckt. Rasch stellte sich heraus, dass es sich dabei um den Asiatischen Laubholzbockkäfer handelte. Dabei handelt es sich um einen Quarantäneschädling, der für die drastische Zerstörung einer Vielzahl von heimischen und europäischen Laubbaumarten verantwortlich gemacht wird. "Er zählt in unseren Breiten zu den hundert gefährlichsten Neueinwanderern und ist in unzureichend behandeltem Verpackungsholz bei uns eingeschleppt worden"

Beim CLB gibt es bisher weder in Österreich noch in Deutschland einen Befall, jedoch wurden in den vergangenen zwei Jahren vermehrt CLB in importierten Ahornbäumen in Deutschland gefunden.

Mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) und dem Citrus- bockkäfer (CLB) befallene Bäume zu erkennen ist schwierig, wenn kein Käfer gefunden wird. Hier kann nur die Kombination von Schadsymptomen und vorgefundener Larven einen Hinweis geben.

Die Bestimmung der Larven ist schwierig. Vor allem bei den jüngeren Larvenstadien ist eine Diagnose ohne Fachpersonal unmöglich. Zuweilen geben nur molekularbio- logische Untersuchungen letztendlich Aufschluss über die
Art. Solche Analysen werden im Institut für Waldschutz des BFW Wien durchgeführt. Ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu Insekten, die sehr ähnliche Schadsymptome an Bäumen erzeugen (Moschusbock, Blausieb und Weidenbohrer), ist, dass ALB- und CLB-Larven keine Brustbeine besitzen.

Was tun bei ALB- oder CLB-Verdacht?

Beide Arten befallen lebende vitale Bäume und bringen sie zum Absterben. Aufgrund dieser Gefährlichkeit wurden sie in der EU als Quarantäneschadorganismen eingestuft und müssen zum Schutz heimischer Bäume bekämpft werden. Noch ist der ALB
in Österreich und Deutschland nur selten im Freiland aufgetreten, so dass eine Ausrottung möglich erscheint. Dazu muss konsequent vorgegangen und jedem Verdacht nachgegangen werden. Befallene Bäume müssen unmittelbar gefällt werden. Das ist für den betroffenen Baumbesitzer oftmals ein echter Verlust. Allerdings stirbt fast jeder Baum ab, den der ALB oder der CLB einmal befallen hat. Ein Abwarten führt lediglich dazu, dass noch mehr Bäume infiziert werden. Nur wenn befallene Bäume frühzeitig entfernt werden, wird verhindert, dass sich der Befall ausweitet. Und nur so können viele weitere Bäume gerettet werden.

Die Gefahr, dass die Schädlinge über die europäischen Häfen in Containern eingeschleppt werden ist groß. Das übliche begasen der Container-Inhalte zeigt bei den ALB und CLB nicht immer die gewünschte Wirkung.  Ein Verdachtsprobe aus jedem Container in dem Verpackungsholz oder Holzpalletten oder Staumaterial aus Holz verwendet wurde ist nicht möglich. Zudem müsste jede Probe eingesendet und Labortechnisch untersucht werden.

Aus den Bereichen der Zoll und Drogenfahndung ist das Einsatzspektrum von Spürhunden bekannt.

Die speziell, durch das BFW Österreich und Frau Dr. G. Sausen und Frau Dipl.Biol. Hoyer-Tomiczek ausgebildeten und zertifizierten Anoplophora Spürhunde, sind in der Lage die Eiablage, Larven sowie den eigentlichen ALB und CLB aufzuspüren. 

Die Anoplophora Spürhunde sind in der Lage kontaminierte Holzverpackungen, Palletten, Späne, Pellets, Bäume ect zu erkennen und anzuzeigen. Mit dieser hohe Verlässlichkeit, können verdächtigte Lieferungen gezielt untersucht und unter Quarantäne gestellt werden.

Die zertifizierten Spürhunde können, ähnlich wie die bekannten Drogen und Sprengstoff-Spürhunde von Zoll und Polizei, Anoplophora Schädlinge in jedem Wachstums-Stadium erschnüffeln. Von der Eiablage, über die Larve bis hin zum Käfer. Ebenso verlassene Bohrgänge spüren diese Hunde Zielsicher auf. Hierbei ist es Egal um welches Gelände oder um welchen Einsatzort es sich handelt. ALB / CLB Befall im Freiland, Forst oder in Baumschulen wird ebenso erschnüffelt wie Käfer die in Verpackungsholz in Häfen oder Industrieanlagen eingeführt werden.

Im Frachtbereich kann der Alb / CLB Spürhund schnell und effektiv die Ladung untersuchen und genau anzeigen ob das Verpackungsholz oder die Ware selbst (Pflanzen) belastet sind. Ähnlich wie bei der Arbeit mit Drogen-Spürhunden geht der Hund die zu untersuchenden Frachten ab und zeigt an ob ver- dächtige Spuren vorhanden sind. Danach kann die Fundstelle genauer untersucht werden.

Hierbei ist der Hund universell einsetzbar. Der Hund bewegt sich sowohl im Hafen und bei Speditionen und auf Flughafengeländen sicher und routiniert. Ebenso im Forst und im Städtischem Grün arbeiten die Hunde zuverlässig.

Eine optimale Einfuhrkontrolle von potentiell gefährdeten Lieferungen mit Verpackungsholz und Pflanzen wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für die zuständigen Behörden. 

Die zertfizierten Anoplophora Spürhunde sind, im Bezug auf die aktuelle Durchführungsverordnung der EU, eine effektive Möglichkeit die angeordneten Präventivmaßnahmen durchzuführen.


Quellen:
BFW Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für
Wald, Naturgefahren und Landschaft.
Institut für Waldschutz.
Federal Research and Training Centre for Forests, Natural Hazards and Landscape
Seckendorff-Gudent-Weg 8, A-1131 Wien, Österreich
Dipl.-Biol Ute Hoyer-Tomiczek